Köln/Leipzig, 07.04.2008

Zurück in Deutschland. Leider sind wir in den letzen Tagen unserer Reise nicht mehr dazugekommen, einen neuen Text zu verfassen. Rückblickend berichten wir nun von der Reise durch Bolivien bis zu unserer Ankunft in der Heimat:

Nach La Paz erlebten wir in Bolivien wieder mal eine unglaubige Zeit. In Potosí besuchten wir die Minen, wo wir selbst miterlebten unter welch unmenschlichen Verhältnissen die Menschen dort arbeiten.
In Uyuni starteten wir unseren 3 Tagestrip durch die Anden. Zu Beginn düsten wir durch die größte Salzwüste der Welt, die Salar de Uyuni. Geblendet vom vielen weiss verließen wir selbige und unser Jeep kämpfte sich über Stock und Stein weiter in Richtung chilenische Grenze. Auf einer Hochebene von ca. 4000m sahen wir in den Lagunen viele Flamingos, einige Alpacas und einen supersüßen Babyfuchs. Leider kam uns kein Viscacha zu Gesicht, das sind Verwandte der Chinchillas. Felix entdeckte am Boden entlangkriechend nur einige Kothaufen, das wars. Schade! Sonst gabs viele Steine, sehr sehr viele.
Am Ende erreichten wir San Pedro de Atacama, wo wir eigentlich noch bleiben wollten. Doch da wir auf touristische Angebote und den sonstigen Tourikram keine Lust mehr hatten setzten wir uns in den Bus und erreichten am nächsten Tag La Serena, am Meer gelegen. Dort übergaben wir uns eigentlich die meiste Zeit (hatten irgendetwas Falsches gegessen, die ersten gesundheitlichen Probleme innerhalb der letzten 5 Monate) und bekamen von Stadt und Meer nicht besonders viel mit. Auch schade!
In Valparaiso, laut Aussagen vieler die schönste Stadt Chiles, erholten wir uns und kamen bei den alltäglichen Spaziergängen wieder zu Kräften. Die Stadt, mit ihren vielen Hügeln und den bunten Häusern gefiel uns sehr gut.

Unsere letzten Tage verbrachten wir wieder in der Hauptstadt. Zu Beginn im billigsten Hostel der Stadt (was man auch merkte) mit einem Ausblick auf den Saturn und die größten Sterne im Sonnensystem,den uns ein anderer Reisender mit seinem Teleskop ermöglichte. Anschließend kamen wir bei Horacio, dem Bruder unseres Chefs beim 2.ten Praktikum, unter.

Der Rückflug war dann nicht besonders erholsam. 12h nach Dallas, 6h Aufenthalt und 10h weiter bis nach Frankfurt.. 2 Nächte, insgesamt ca. 4h Schlaf.

In Deutschland wurden wir von unseren größten Fans liebevoll empfangen. Schön, nach einer solch langen Zeit, wieder ein zu Hause zu haben.

Für uns beide gehts jetzt gleich wieder mit dem Studium weiter. Leider nach 5 1/2 Monaten auf 2 Quadratmetern jetzt nun wieder 500km voneinander getrennt.

Von den neuen geplanten Reisen erfahrt ihr hier bald mehr. Vielen Dank nochmals an alle, die uns auf der Reise unterstützt haben. Bis bald.

Felix und Marie


La Paz, 09.03.2008

Etwas abenteuerlich hat uns Bolivien vor 5 Tagen in Empfang genommen.
Im tiefsten Busch mussten wir bewacht vom bolivianischen Militaer ueber eine verschlammte Strasse zu Fuss die Grenze passieren. Danach durften wir wieder in den Bus, den Felix und die anderen Maenner zwei Stunden spaeter, wegen Motorproblemen im stroemenden Regen anschieben durften.
Eine weitere Ueberaschung erwartete uns in Santa Cruz, wo wir in einen Bus nach Cochabamba umgestiegen sind. Der Bus fuhr unangekuendigt eine halbe Stunde zu frueh ab und als wir mit unserem Gepaeck am Bussteig ankamen, sahen wir nur noch dessen Ruecklichter. Gepaeck erstmal stehen gelassen und im Sprint hinterher! Bus angehalten, im Dauerlauf zurueck zum Bahnsteig und die Taschen geholt. Es ging alles gut.
In Cochabamba ueberraschten wir Carolina, mit der wir auf der Careterra Austral geradelt sind und die wir ein weiteres Mal in Ushuaia getroffen hatten. Auf 2500m konnten wir uns auch langsam an die Hoehe gewoehnen.
Mittlerweile sind wir vom Titicacasee (3800m) zurueckgekommen, wo wir 2 Tage lang die Spuren der Inkas verfolgten. Auf der Isla del Sol (Sonneninsel) wurde ja immerhin der fuer die Inkas so wichtige Sonnengott geboren. Ehrlich gesagt hatten wir mehr erwartet aber schoen war es trotzdem, einen kleinen Einblick zu bekommen.
Morgen werden wir in der bolivianischen Hauptstadt noch einen ganzen Tag verbringen, danach geht es endlich gen Sueden, zu den Minen von Potosi und direkt im Anschluss in die groesste Salzwueste der Welt, Salar de Uyuni.
Wir freuen uns auf diese Etappe und auch die Vorfreude auf Deutschland waechst.


Asuncion, 03.03.2008


Heute hier, morgen dort, sind kaum da sind wir fort ...
Nach einer 18 stuendigen Busfahrt erreichten wir Puerto Iguazu, eine kleine Stadt ganz im Norden von Argentinien. Bei tropischem Klima bzw. schwueler Hitze war es schwierig, sich von der langen Fahrt zu erholen.
Fuer 2 Tage schlugen wir dort mal wieder unser Zelt auf. Dabei waren wir immer auf der Hut, denn die im Zoo von Buenos Aires gesehenen gefaehrlichen Tiere (riesige Wuergeschlangen, giftige Spinnen und andere Monster) haben hier ihre Heimat.
Bei unserem Ausflug in den Nationalpark Iguazu bestaunten wir , wie die enormen Wassermassen in die Tiefe stuerzen. Und zu unserer Freude waren es dann doch nur einige Affen, bunte Voegel und grosse sowie bunte Schmetterlinge die wir zu Gesicht bekamen.
Mittlerweile befinden wir uns in der Hauptstadt Paraguays, wo ausser uns kaum noch Touristen zu sehen sind. Beim gestrigen Sonntagsspaziergang durch die Stadt waren auch Einheimische eine Seltenheit, wie leergefegt. Auffaellig ist hier die Nachbarschaft von Arm und Reich. Direkt neben einem leuchtendweissen Regierungssitz, gut bewacht und gepflegt, spielen kleine Kinder zwischen selbstgebauten dreckigen Huetten.

Und wo gehts als naechstes hin... Fortsetzung folgt!


Buenos Aires, 27.02.2008

Kurz vor unserer Weiterreise in den Norden von Argentinien melden wir uns nochmal.

Unsere Tage in Ushuaia verbrachten wir hauptsaechlich damit Kaeufer fuer unsere 2 Raeder zu finden. Wir hatten 6 Tage Zeit und letztendlich verkauften wir die Raeder 1 Stunde vor dem Abflug nach Buenos Aires... Was ein Stress!
Eigentlich wollten wir in Ushuaia noch den Nationalpark Tierra del Fuego besuchen und sonst noch einige Sachen anschauen. Die meiste Zeit verbrachten wir dann aber damit die vielen Anbieter fuer Outdooraktivitaeten abzuklappern und anschliessend auf dem Campingplatz auf Interessenten zu warten. Was uns endlich auch mal die Gelegenheit gab komplett auszuruhen. Solange die Sonne schien war es in der suedlichsten dauerhaft bewohnten Stadt der Welt erstaunlich warm, war diese jedoch verschwunden merkten wir schnell die Naehe zur Antarktis. Der staendige Wechsel von kurzen Klamotten zur Winterausruestung praegte unseren Tag.

Die Raeder befinden sich jetzt im Besitz von 2 Jugendlichen, die unbedingt im Winter nach Europa kommen wollen um Langlaufstars zu werden. Von ihnen haben wir am Ende 2/3 des Einkaufspreis bekommen, womit wir sehr zufrieden sind.

Mit den Taschen voller Geld reisten wir in Buenos Aires ein und konnten das Leben in dieser lebendigen und vielseitigen 13mio. Stadt geniessen.

Von Kultur ueber Shopping bis Sport haben wir alles mitgemacht. Frueh morgens verliessen wir unser Hotel, um danach den ganzen Tag mit Essen, Spazierengehen, Museen und dem Besuch der vielen Sehenswuerdigkeiten zu verbringen. Bei den drei wichtigsten Dingen in Argentinien, dem Tango, dem Fleisch und dem Fussball haben wir nur den Tango verpasst.

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Buenos Aires sind uns gestern Abend beim Konzert von Deep Purple noch fast die Ohren geplatzt.

Gleich geht unser Bus und morgen frueh kommen wir dann bei den Wasserfaellen von Iguazu an, im Dreilaendereck Brasilien, Paraguay und Argentinien gelegen.

Wie es danach weitergeht wissen wir noch nicht genau. Wir wollen jetzt noch um die 3 Wochen durch den Kontinent reisen. Laenger geht es schon gar nicht mehr, da wir am 25.03.2008 von Santiago de Chile zurueck nach Deutschland fliegen, wo wir am Morgen des 27.03.2008 ankommen werden.

Bis bald mal wieder,

Marie und Felix


Ushuaia, 15.02.2008

Der Wahnsinn! Nach ca. 4150km hat unsere Radreise in Ushuaia gestern ihr Ende genommen. Und wir sind froh.
Seit El Calafate ging bei uns alles superschnell, wir koennen es selbst kaum fassen. Da wir von den "Naturwundern" entlang der Carretera Austral so verwoehnt waren, waren die ersten Kilometer nach El Calafate fuer uns richtig langweilig! Steppe, Wind und viele Steine. Wenigstens sahen wir in dieser wuestenaehnlichen Gegend einige Nandus (eine Straussenart), Flamingos, Fuechse und wieder die bekannten Guanacos.
Wir rechneten damit Ende Februar in Ushuaia zu sein, doch unser Wille anzukommen und die Vorfreude auf Buenos Aires verliehen uns Fluegel. Etappen von teilweise bis zu 180km liessen uns in den Sueden rasen. Der Nationalpark Torres del Paine wurde rechts liegen gelassen ("Was ihr ward nicht im Torres del Paine?!? Ist doch das Beste von Chile!") und schnell waren wir in Punta Arenas angekommen, der groessten Stadt Chiles hier im Sueden. Dort goennten wir uns einen Tag eine Ruhepause und marschierten mit zerfetzten und dreckigen, bzw. den saubersten Klamotten die wir hatten, in ein nobles Restaurant um uns selbst zu feiern und bei Wein und Piscosour leckeres Essen zu geniessen.
Bei der anschliessenden Fahrt ueber die Magellanstrasse wurden wir von Pinguinen und Delphinen begleitet und hatten dann auf Feuerland den ersten und einzigen Regentag seit der Weiterfahrt aus Cochrane, ein nicht gewoehnlicher Sommer, was uns die Einheimischen bestaetigten.
Auf der Suche nach einem wingeschuetzten Platz fuer unser Zelt fragten wir bei einer der vielen Estancias (riesige Landgueter) an und sahen uns ploetzlich mit Arbeitern und Familie an einem Riessentisch zu Abendessen. Danach wurde getanzt und gesungen und fuer uns zu ungewoehnlich spaeter Stunde, gings fuer uns ins Bett, natuerlich nicht ins Zelt sondern in richtige Betten. Es war unglaublich nett und es fiel uns schwer am naechsten Tag Rigoberto, den Freund der Radfahrer, zu verlassen.
Vor Feuerland hatten wir dort mit viel Wind und vor allem vielem Regen gerechnet, doch der Westwind schob uns kraeftig ueber die groesste Insel Suedamerikas und der Regen... Keine Ahnung.
Im Sueden waren wir dann von der Darwin-Kordillere geschuetzt und so erreichten wir gestern, uebergluecklich unser Ziel.
Jetzt ist hier fuer uns erstmal ausruhen angesagt und wir haben eine neue Aufgabe: 2 Superraeder innerhalb von 5 Tagen verkaufen. Es tickt die Uhr, denn am 20. heben wir dann nach Buenos Aires ab.
Falls irgendjemand noch Tipps zu Aktivitaeten in Buenos Aires, um Buenos Aires herum und auf der Strecke zwischen Buenos Aires und Santiago de Chile hat, schreibe diese bitte ins Gaestebuch.

Gruesse an Euch alle und nochmals vielen Dank fuer die netten Eintraege ins Gaestebuch,
Marie und Felix


El Calafate, 03.02.2008


Argentinien, wir kommen...
Wir sind raus aus den Bergen, zurueck von dem riesigen Gletscher Exploradores, zurueck aus dem Regenwald.
Und wir hatten eine Superzeit dort, 50 km weit weg von Puerto Tranquilo, einem 500 Seelendoerfchen, und wirklich umgeben von einem atemberaubenden Panorama.
Wir hatten ein unglaubliches Glueck, denn wir konnten in einer kleinen Huette, mit drei Touristenfuehrern (alle in unserem Alter) aus der Gegend leben, die uns Koestlichkeiten der chilenischen Kueche zubereiteten und geduldige Spanischlehrer fuer uns waren. Alles ganz einfach gehalten aber sowas von herzlich! Strom gabs ueber Sonnenkolektor und das hat sogar fuer ne heisse Dusche gereicht...
Der Regenwald hat seinem Namen nur am ersten Tag alle Ehre gemacht. Die weiteren 6 Tage hatten wir pueren Sonnenschein im Sonnenwald und haben den genutzt um wie die ersten Geographen durch Wald und Gletscher zu wandern um fuer Francisco, unserem neuen Chef (El Puesto Expediciones), unerforschte Gegenden zu erkunden.
Er ist im Begriff ein riesiges Angebot fuer Touristen auf die Beine zu stellen und bei ihm hatten wir auch wirklich das Gefuehl, dass unsere Arbeit viel Wert ist. Er war sehr an unserer Meinung interessiert, fragte uns um Rat, bewunderte, was wir schon getan haben...

Es war teilwiese richtig anstrengend, mit Buschmesser haben wir uns durch die Wildnis gekaempft und die Aussichten auf den riesigen Gletscher Exploradores und den hoechsten Berg Patagoniens, den Monte San Valentin (4058m), genossen. Die Geraeusche und die kleinen Beben, die auftreten, wenn sich das Eis bewegt oder eine Lawine aus dem hoehergelegenen Teil des Gletscher runter rasselt, sind super eindruecklich.

Am letzten Tag haben wir ihm dann eine Karte mit den Wanderwegen, die wir mit GPS aufgenommen haben und digital bearbeiteten, ueberreicht. Gute Arbeit.

Danach ging es fuer ca. 240km wieder auf die Carretera Austral. Taeglich kaempften wir uns bei um die 30 Grad weiter in Richtung Villa O'Higgins, vorbei an dem malerischen Oertchen Caleta Tortel, wo es keine normalen Strassen, sondern nur kleine Holzstege gibt, und weiterhin durch superschoene Landschaften.

Die ersten Kilometer in Argentinien waren die Hoelle. Fuer 16km haben wir den ganzen Tag gebraucht. Denn zu diesem "offiziellen" Grenzuebergang fuehrt keine Strasse, sondern ein Trampelpfad, der sich dazu noch in schlechtem Zustand befand. Fehlende Bruecken, tiefer Schlamm und umgestuerzte Baeume machten das Vorankommen teilweise schier unmoeglich. Immerhin wurden wir am Abend mit einer genialen Sicht auf den Monte Fitz Roy belohnt. Diese konnten wir bis zum Sonnenuntergang um 23.30 geniessen.

In den naechsten Tagen goennten wir uns keine Pause. Gleich ging es fuer 2 Tage in den Nationalpark "Los Glaciares". Fitz Roy und Cerro Torre sind die Hauptattraktionen und wir hatten das Glueck sie unverhuellt zu bewundern.

Mittlerweile sind wir in El Calafate angelangt, wo wir uns fuer einige Tage erholen. Unsere Koerper forderten nach den Strapazen am Ende der Carretera Austral und den ersten anstrengenden Kilometern in Argentinien eine Pause. Gestern bestaunten wir den Gletscher Perito Moreno,was wieder mal ein ueberwaeltigendes Naturerlebnis war. Dieser Gletscher endet in einem See, dem Lago Argentino, und aus naechster Naehe konnten wir beobachten, wie die teilweise 50m hohen Eistuerme ins Wasser stuerzten. Die Geraeuschkulisse dabei, sehr beeindruckend.

Morgen wollen wir dann weiter in den Sueden fahren und moeglichst bald die Staedte Puerto Natales und Punta Arenas erreichen.

Bis dahin.

P.S. Kilometerstand: 3185


Estancia Valle Chacabuco, 05.01.2008

Nach langem Warten haben wir es jetzt endlich mal wieder geschafft die Seite zu aktualisieren. Zu Beginn wuenschen wir Euch allen erstmal noch ein frohes neues Jahr, wir hoffen Ihr seid gut reingerutscht.

In den letzten Wochen haben wir viel erlebt, Berge bestiegen, Fluesse durchquert, sind dem Puma gefolgt und haben an wunderschoenen Plaetzen unser Zelt aufgestellt.

Aber alles der Reihe nach...

Unser 3 taegiges Aufwaermprogramm am Lago Gutiérrez half uns die Handhabung des GPS-Geraetes zu erlernen und zeigte uns, dass diese Region voll ist von irgendwelchen Trampelpfaden von Schafen, Guanacos oder sonstigen Tieren, die fuer Wanderwege genuetzt werden koennen.

Vor der naechsten Tour konnten wir uns wie immer mit allerhand Lebensmitteln eindecken, die wir uns beim Radfahren, aufgrund des Gewichtes, nie erlaubt haben. Zu den Koestlichkeiten an Lebensmitteln gehoeren hier im Sueden von Chile fuer uns Wiener Wuerstchen, Bananen oder einfach nur Butter. Wichtig war auch immer eine, meist schlechte, Kopie des betreffenden Kartenausschnittes.

Wie ueblich werden wir dann an irgendeinem Punkt im grossen Valle Chacabuco mit dem Auto abgesetzt, wo wir nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Uhrzeit und Ort muessen genau abgemacht werden, da auf der einzigen Strasse im Tal auch mal 6h kein Auto kommen kann, das einen mitnehmen koennte. Wie wir leidvoll erfahren mussten.

Auf unser bisher laengsten Tour half uns zu Beginn René, ein Bergfuehrer, der die Landschaft hier in- und auswendig kennt. Er zeigte uns, wie, wann und wo wir die teilweise reissenden Bergbaeche durchqueren sollten und erklaerte uns das richtige Verhalten in der Wildnis. In den folgenden Tagen wurden wir von steilabfallenden Felswaenden gebremst, lernten wieder viele neue Pflanzen Patagoniens kennen und die Fussabdruecke des Pumas im Sand halfen uns bei der Wegmarkierung. Etwas bestuerzt stellten wir irgendwann fest, das unser Weg nicht mehr auf der Karte zu finden war. Mitten im Gebirge war es uns ohne Kartenmaterial doch zu gefaehrlich und widerwillig drehten wir um.

Schade, denn vielleicht haette hinter dem naechsten Pass der langersehnte Puma auf uns gewartet.

So hatte jede Tour ihre besonderen Herausforderungen und wir sind froh, dass wir danach heil und gluecklich Weihnachten feiern konnten. Sogar mit Geschenken aus Deutschland und 30º fand unser Weihnachtsfest in der prallen Sonne mittags am Lagerfeuer statt. Asado, die chilenische Art zu Grillen, hat uns das Lammfleisch schmecken lassen.

Abends lud uns eine einheimische Familie ein, wodurch wir auch noch einen geselligen Abend hatten und sich unser Spaetzlekochen auf den naechsten Tag verschob.

Nach einer Expedition ins Reich des Huemul, das wir leider nicht zu sehen bekamen, rutschten wir mit bekannten Menschen ins neue Jahr. Es war nett das Paar Tompkins so ein bisschen besser kennen zu lernen und die Albernheiten von Kris, die uns mit ihrer freundlichen und netten Art beeindruckte, mitzumachen.

Seid Weihnachten haben wir ein weiteres Tier kennengelernt, das Stinktier. Diese kleinen Biester rennen so gegen 21Uhr, soald die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, in Kleingruppen durch unser "Dorf" (9 Haeuser) und versetzen uns Menschen mit ihrem erhobenen Schwanz in Angst und Schrecken.

Eine letzte Herausvorderung haben wir noch anzugehen, bevor wir in einer Woche das Val Chac schon wieder verlassen. 3 oder 4 schneebedeckte und benachbarte Gipfel versuchen wir fuer Touristen bequem zugaenglich zu machen.

Danach geht es fuer uns erst nochmal ca. 10 Tage weiter in den Norden. Auf und um den Gletscher Exploradores herum, der aus dem noerdlichen Eisfeld Chiles fliesst, duerfen wir fuer Freunde unserer Chefs weitere Wanderwege markieren.

Um den 25.01. herum wollen wir wieder den Schotter unter unseren Raedern spueren und unsere Tour irgendwann in Ushuaia beenden.

Jetzt, 23 Uhr, verabschiedet sich nicht nur der Tag mit rotgefaerbten Wolken am Himmel, sondern auch wir!

Nochmals alles Gute fuers Jahr 2008,

Felix und Marie


Estancia Valle Chacabuco, 12.12.2007

Nach 2 1/2 Wochen Praktikum aendert sich ab Morgen unser Arbeitsalltag. Erfolgreich haben wir unseren Chefs unsere Plaene und Ideen vorgestellt und haben jetzt die Aufgabe bekommen, in 5 verschiedenen Gebieten im grossen Valle Chacabuco die Landschaft zu erkunden und moeglich Wanderwege mit dem GPS zu markieren. Diese Wege werden dann vielleicht im zukuenftigen Nationalpark Patagonia benutzt um den Besuchern die schoene Landschaft naeher zu bringen. Je nachdem ob sie Herrn Tompkins gefallen...

Gruesse von unseren argentinischen Kollegen, die uns gerade das Schreiben nicht wirklich einfach machen, sonst aber beim Spanischlernen super hilfreich sind.

Gruesse auch natuerlich von Marie und Felix


Estancia Valle Chacabuco, 04.12.2007

Endlich finden wir Zeit die Seite zu akualisieren und euch ueber unsere Fahrt von Coyhaique zu unserem Praktikumsplatz und die Arbeit hier zu berichten.

Wir rechneten bei unserer Abfahrt in Coyhaique damit oefters mit den rauhen Seiten Patagoniens (viel Wind, Regen, Kaelte) konfrontiert zu werden, wie uns alle Menschen auf unserer bisherigen Fahrt gesagt hatten. Doch das Gegenteil war der Fall. Geschuetzt von den grossen chilenischen Inlandeisfeldern im Westen, in denen sich die vielen Regenmassen entladen, hatten wir traumhaft schoene Tage.

Zusammen mit Carolina, der Hollaenderin, erklommen wir die hoechste Erhebung auf der Carretera Austral, den Ibanez-Pass mit 1121m, stellten mit 77km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf und erklommen Steigungen mit unglaublichen 19%.
Nachdem wir den schoenen Ibanez-Pass ueberfahren hatten kamen wir in ein Tal, wo unser Blick die meiste Zeit auf den Tuermen des Cerro Castillo Massivs ruhten. Die super zu befahrende geteerte Strasse verlassend kaempften wir uns dann wieder auf tiefem Schotter voran.
Nach einer Nacht direkt am Rio Manso, wo wir unser Fruehstuecksgeschirr in hellblau milchigem Wasser abspuelten, packten wir unser, mittlerweile liebgewonnes, Zelt zusammen und fuhren auf erstaunlich glatter Strasse weiter. 1991 war in der Naehe der Vulkan Hudson ausgebrochen, dessen Ascheregen kilometerweit das Land bedeckte. Die Asche wurde danach einfach platt gewalzt und ist nun ein traumhafter Untergrund.
Und nicht nur die Strasse erlag einer Veraenderung. Durch die Massen an Asche veraenderte der Fluss auch seinen Lauf und fliesst heute durch toten Wald.
Am Abend erreichten wir den zweitgroessten und mit 590m tiefsten See Suedamerikas, den Lago General Carrera. An dessen Ufer fuehrte unser Weg weiter bis wir nach einem sehr steilen Anstieg und einer schrecklichen Abfahrt (die Strasse glich einem Wellblech) unsere Zelte am Lago Bertrand aufschlugen.

Der extrem starke Wind, der es abends schwer gemacht hatte einen geeigneten Ort fuer die Zelte zu finden, war morgens verschwunden und so starteten wir guter Dinge in den Tag, der im Estancia Valle Chacaboco enden sollte, dem Ort wo wir zwei Monate lang ein Praktikum machen werden.
Aber vorher hiess es nochmal Zaehne zusammenbeissen angesichts der vielen steilen Berge, die durch die schlechte Beschaffenheit der Strasse, zu wahren Endgegnern wurden.
Wie immer wurden wir jedoch mit dem Anblick der wunderschoenen Landschaft belohnt. Der Rio Baker ist der wasserreichste Fluss Chiles und momentan Disskusionsgrund in Chile weil auslaendische Firmen Staudaemme an seinem Flusslauf bauen wollen um Santiago de Chile mit Elektrizitaet zu versorgen. So wuerden diese beeindruckenden Taeler und die Wildheit der Natur, die wir geniessen durften, zerstoert werden. Aber es gibt schon Bewegungen, die sich kraeftig wehren. Vielleicht kommt es ja doch nicht zum Bau der Daemme.
Nach einer kurzen Mittagspasue im Tal des Flusses Chacabuco musste noch ein steiles Stueck Strasse erklommen werden. Und hier wurde uns das erste Mal richtig bewusst, dass die Reise eben doch nicht nur Zuckerschlecken bedeutet. Carolina, unsere hollaendische Begleitung, stuerzte auf dem Schottersandstaub. Leichte aeussere Blessuren und ein angeknackstes Vertrauen in das Rad und die eigenen Fahrkuenste (auch bei Marie) waren die Folge.

Seit langem wieder zu zweit erreichten wir mit den letzten Kraeften am Mittag des
25.11.2007 die Estancia Valle Chacabuco.

Zu unserem ersten Teil der Radtour durch Chile noch einige Zahlen:

- 35 Tage Fahrradfahren
- 2505km
- 28671 Hoehenmeter
- 165h reine Fahrzeit
- 19% maximale Steigung
- 77 km/h maximal

Die Estancia Valle Chacabuco ist ein riesiges Areal, das besagter Herr Tompkins aufgekauft hat. Die ehemalgie Farm beherbergte 1921 80000 Schafe und einige Kuehe. Alles wurde schoen mit Zaeunen ausgestattet und um die Schafe zu schuetzen versuchte man den Puma aus der Gegen zu verjagen bzw. auszurotten. In der Gegenwart passiert genau das Gegenteil, die Schafe werden jetzt von den Arbeitern hier gegessen, der Puma wird geschuetzt und die Zaeune sollen alle aus dem Gebiet entfernt werden.
Die Natur, die sehr durch die Viehwirtschaft veraendert worden ist, soll hier die Chance erhalten sich zu regenerieren und in ihren urspruenlichen Zustand zurueckzuverwandeln.
So kommt es, dass Tiere wie Flamingos, Stinktiere, Guanacos, Guerteltiere, Pumas und Kondore wieder ihren Lebensraum bekommen. Fuer uns ist es schon ehrlich ein Erlebnis, wenn wir an einer Herde Guanacos vorbei laufen, die sich in erstaunlicher Naehe unserer Haueser wohl fuehlen, und nicht sie Angst vor uns sondern wir Angst vor ihnen bekommen.

Schoen ist hier jedoch nicht nur die Natur, sondern auch die Tatsache, dass wir jeden Tag unsere Spanisch- und Englischkenntnisse verbessern. Zu Beginn unseres Aufenthaltes verstanden wir so gut wie gar nichts, mittlerweile haben wir unseren Wortschatz erweitert und koennen an Unterhaltungen teilhaben.

Unsere Aufgabe hier ist noch nicht vollstaendig geklaert, da die zustaendige Person erst in einigen Tagen kommen wird. Solange versuchen wir uns wo es geht behilflich zu machen.
Nach 35 Tagen Radln ohne Muskelkater hatten wir hier bereits nach unserem ersten Arbeitstag Muskelkater. Wir durften in den letzten Tagen ungewuenschte Pflanzenarten, Zaeune und Teile der ehemaligen Farm beseitigen. Ist mal ganz lustig und ein gutes Gefuehl der Mutter Erde etwas Gutes anzutun, allerdings freuen wir uns auf neue Aufgaben.

Marie hat Weihnachtssehnsucht, weshalb wir am ersten Advent das Dorf mit Vanillekipferln und Spitzbuben beglueckten.

Ansonsten bekommt man hier nichts von Weihnachten mit. Hoffentlich aendert sich das spaetestens an Heiliabend, wenn wir mit Douglas Tompkins, der hier anscheinend die Weihnachtstage verbringen wird, am Christbaum stehen und Weihnachtslieder schmettern.

Weihnachtsgeschenke koennen an folgende Adresse geschickt werden, wir freuen uns ueber alles:

Estancia Valle Chacabuco s/n
Cochrane, Region de Aysen
Chile

Eine schoene Vorweihnachtszeit wuenschen,

wir beide


20.11.07, Coyhaique


Nachdem wir gestern waehrend einer 130km langen Etappe die 2000km Marke geknackt haben, sind wir nun in der Hauptstadt der Region Aysen.

Bevor wir von unseren ersten Eindruecken auf der Carretera Austral berichten, noch ein kleiner Nachtrag zu Quellon:

In Castro luden uns Toni und Christa, aus dem Rheinland, in ihr Wohnmobil auf einen Kaffee ein und eine Gluecksstraehne begann.
Wir bekamen Haribo, Schokolade und den Tipp in Quellon nach Yvo, einem Schweizer Auswanderer, zu fragen.
Gesagt, getan und schon hatten wir einen Schlafplatz in Yvos altem Wohnmobil, mit dem er im letzten Jahr von Alaska bis nach Ushuaia gefahren war. Direkt vor seinem Zauberhaus, das er selbst entworfen und gebaut hat, konnten wir 2 trockene Naechte verbringen.

Nach einer ruhigen Faehrfahrt erreichten wir Chaiten und das Abenteuer Carretera Austral begann.
Und das nicht alleine, denn wir lernten Alex und Roman, 2 Franzosen, und Carolina, eine Hollaenderin, kennen. Im Team machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Sueden, vorbei an traumhaften Urwaldriesen, schoenen Bergseen und beeindruckenden Bergen. Und im Gegensatz zum Norden Chiles rasten keine Lkws und Autos mehr an uns vorbei. Wir hatten unsere Ruhe und konnten die Landschaft betrachten, das allerdings auch nur solange bis wir vor lauter Schlagloechern und teilweise unglaublich schlechten Strassen nicht mehr wussten wo wir langfahren sollen.
2 komplette Regentage, von Zeltabbauen bis Zeltaufbauen, liessen sich in der Gruppe aber auch ertragen, vor allem Dank der Thermoskanne der Franzosen, die einen heissen Kaffee zu Mittag servierten.
Bei sonst ertraeglichem Wetter erreichten wir nach 5 Tagen und 445km auf der Carretera gestern Abend Coyhaique und gennossen die lang ersehnte Dusche.

Heute war bei einem wolkenlosen Traumtag Kraefte tanken angesagt.

Am morgigen Mittwoch machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Estancia Chacabuco, das auch auf der neu eingefuegten und genaueren Karte zu finden ist, wo 2 Monate Praktikum auf uns warten.
Douglas Tompkins, ehemaliger Besitzer von "The North Face" und "Esprit", kaufte auch dort Land auf um es der Natur in ihrem urspruenglichen Zustand zurueckzugeben. So entstand auch der Parque Pumalin, einer der heute bekanntesten Nationalparks Chiles.
Tompkins ist in Chile sehr umstritten, da er mit seinen Vorhaben verhindert Strassen durch die riesigen Landstriche zu bauen. Er besitzt Landflaechen die Chile in der Mitte teilen. Wer mehr Interesse hat, wende sich bitte an Google.de.

Wir hoffen auf viel Sonne und Rueckenwind und gruessen Euch alle recht herzlich.

Hasta luego


14.11.07, Quellon


"Und machts gemuetlich, Ihr seid im Urlaub!"

Vor zwei Tagen erreichten wir das Ende der Insel Chiloe, einer Insel die fuer den vielen Regen, die vielen Kartoffeln (anscheinend 20 verschiedene Sorten) und unendlich viele Kirchen bekannt ist.

Vom Regen haben wir gluecklicherweise nicht viel abbekommen, wir hatten hier richtige Traumtage mit viel Sonne. Nach Puerto Montt war es auch hier wieder sehr erholsam, da wir 5 tage fuer ca. 190km zeit hatten. Das liegt daran, dass wir die Insel erst heute verlassen koennen, die Faehre, die wir jetzt in gut einer Stunde nach Chaiten nehmen, faehrt nur 2mal die Woche.

Die Kartoffel haben wir hier leider nicht besser kennengelernt, dafuer stand uns ein neues Abenteuer im Restaurant bevor: Curanto!
Das ist ein typisches Essen dieser Insel und besteht aus einem bunten Mix aus Muscheln, Fisch, Huehnchen, Rind, Wuerstchen und einer Kartoffel.
Marie hatte von diesem Abenteuer sehr schnell genug, Felix schmeckte das Essen und er konnte seine Schale fast ganz leeren.

Und die Kirchen kann man auf Chiloe gar nicht uebersehen, die stehen ueberall und sind nett anzuschauen. Da suchen wir auch nochmal ein nettes Bild heraus.
Da jetzt gleich die Faehre nach Chaiten geht muessen wir hier leider aufhoeren und wuenschen euch viel Spass beim Betrachten der neuen Bilder.

Vielen Dank auch nochmals von uns an Euch fuer die supernetten Eintraege im Gaestebuch.

Ab nach Nordpatagonien,
Marie und Felix


06.11.07, Puerto Montt


Nach langer Zeit ohne Internet gibts mal wieder ein Lebenszeichen von uns.
In den letzten 2 Wochen sind wir von Curacautin nach Temuco gefahren, wo uns dann der Regen mal wieder ueberraschte und fuer die naechsten tage verfolgte. teilweise hat das riesen ueberwindung gekostet, trotzdem haben wir uns ueber cunco auf einer der anstrengensten strecken nach villarica und pucon durchgeschlagen. im stroemenden regen immer nur rauf und runter und teilweise bis zu 16% Steigung.

Einen Vorteil hatte der Regen aber auch, wir haben die Hospedajes kennen und lieben gelernt. Dabei handelt es sich um ein Zimmer, das von Privatleuten preiswert (10-15 € fuer 2 Personen) vermietet wird. Kueche, Bad und Gemeinschaftsraeume werden geteilt.
So bekommen wir einen schoenen Einblick in das Leben der Chilenen.

In Pucon vermieste uns der Regen zuerst eine Wandertour auf den Vulkan Villarica. Als am folgenden Tag die Sonne lachte konnten wir, bekleidet und ausgestattet wie bei einer Expedition auf einen 8000er, im Schneckentempo den Gipfel erreichen. Eine schoene Erfahrung, auch die folgende Rutschpartie ins Tal.

Am folgenden Tag stiegen wir wieder auf unsere Raeder und duesten ueber den 1204m hohen Mamuil Malal - Pass nach Argentinien. Dabei hat uns erstmal die Natur regelrecht erschlagen bzw. den Atem geraubt. Klingt gefaehrlich, war aber nur schoen.
In Argentinien liess uns der starke Gegenwind die Fahrraeder schieben. Was dann auch nicht arg viel einfacher war und was wir eigentlich vermeiden wollten.
Es folgte Junin de Los Andes, San Martin de Los Andes, die Traumstrasse der 7 Seen und schon ging es in nicht endenwollenden Serpentinen durch Schneefelder zurueck nach Chile. Der ganze Argentinientrip in 3 Tagen mit leckerstem Fleisch und den bisher schoensten Campingplaetzen fuer umsonst.

Als wir am Grenzposten kontrolliert wurden durften wir unseren gesamten Essensvorraete aufessen, da es verboten ist Lebensmittel nach Chile einzufuehren. Nach Unmengen von Salami ging es dann weiter, den leckeren argentinischen Senf konnten wir doch noch ueber die Grenze schmuggeln.

Nachdem wir bei Entre Lagos wieder 1 1/2h in eine Sackgasse gefahren sind haben wir es jetzt, teilweise auf der legendaeren Panamericana, bis nach Puerto Montt geschafft, vorbei an Puerto Octay und Frutillar, die sehr von deutschen Ausawanderern gepraegt sind.
Wir fuehlten uns fast wie zu Hause...

Jetzt ist ausruhen und Kraeftetanken angesagt. In den naechsten Tagen geht es dann weiter ueber die Insel Chiloe nach Chaiten zur Carretera Austral.

Vielleicht schaffen wir es diesmal uns frueher zu melden,
bis dahin einen schoenen Winteranfang...


23.10.07, Curacautin


Sackgasse... Verdammt!


Diesmal Bilder aber nur ein kleiner Bericht. Wir haben in drei Tagen fast das ganze Land durchquert und mal wieder so einiges mitgemacht!

Nach Concepcion kam das erste lange (ca.50km) flache Stueck, anschliessend wurde es dafuer wieder umso huegeliger. Fuer die folgenden Naechte haben wir wieder umsonst uebernachtet, jedoch haben wir die Strategie geaendert. Wir fragen jetzt einfach die Einheimischen ob wir bei ihnen im Vorgarten (riesige Weideflaechen) schlafen koennen und fordern sie damit heraus uns etwas gutes zu tun. Funktioniert sehr gut!
Warmes Wasser und unser eigenes "Haeuschen" waren die Hoehepunkte.

Heute wollten wir von Curacautin nach Melipeuco fahren und dabei den Nationalpark Conguillio durchfahren. Guter Plan, leider mit schlechtem Ende.
Wir sind insgesamt 30km auf Schotter in eine Sackgasse gefahren bis uns ein berittener Cowboy darauf aufmerksam machte, dass die Strasse in wenigen Kilometern nicht mehr befahrbar ist, bis zu 4m Schnee. Leider wird man hier im Gegensatz zu den europaeischen Alpen nicht im Tal darauf hingewiesen ob die Paesse zugeschneit sind.
Jetzt sind wir wieder da, wo wir heute Morgen losgefahren sind ;-(
Dafuer haben wir Beide das erste Mal die Ueberreste eines 50 Jahre zurueckliegenden Vulkanausbruches gesehen.

Heute gabs auch mal wieder gutes fuer den Koerper, ein Bad im Bergbach.

Diesmal geht es jetzt wirklich weiter in Richtung Temuco,


bis dann


19.10.07, Concepcion


Der belgische Kreisel rollt, bzw weicht den Schlagloechern aus... endlich sind wir unterwegs.

Nach vier Tagen Radreise sind wir jetzt in Concepcion eingetroffen. Eigentlich ungewollt aber der Regen hat es so bestimmt. Richtig tapfer sind wir heute noch 35 km bei stroemendem Regen und 10 Grad Celsius aus dem Landesinneren ueber die Kuestencordilleren bis ans Meer geduest. Dass wir am Meer angekommen waren, merkten wir aber auch erst 10 Meter davor weil bis dahin alles in tief haengenden Wolken versunken war.
Das soll aber nicht heissen, dass uns die Sonne nicht begleitet: Die letzten Tage hatten wir Temperaturen zwischen 25-35 Grad und keine Wolke am Himmel. Ist zwar ganz schoen aber bei den Strassen, die wir bewaeltigen muessen waere uns manchmal ein verhangener Himmel auch ganz lieb... Ihr merkt schon, es ist schwer uns zufreiden zu stellen. :-)

Aber an die Bedingungen hier muessen wir uns gewoehnen:
1. Die Strassen gehen nie nie nie einfach mal flach geradeaus.
2. Vor einem Anstieg mit bisher bis zu 14% Steigung darf man nie darauf hoffen danach eine schoene Abfahrt zu haben. Der naechste Anstieg kommt sofort.
3. Verlasse nie die geteerten Strassen. Ein Mal haben wir es versucht da wir an schoene deutsche Landstrassen gedacht haben. Ein grosser Fehler... Schlagloch auf Schlagloch, fast aufgefressen von dummen Hofhunden, beinahe im tiefen Sand versunken oder auf Huckelpisten fast vom Fahrrad geschleudert. Da macht selbst die Abfahrt keinen Spass.

Seit wir nun wieder seit Cauquenes auf "normale" Strassen umgestiegen sind, ist das Vergnuegen zurueck gekommen. Wir legen von Tag zu Tag mehr Kilometer zurueck und sehen super viel vom Land.
Viele Chilenen haben uns bisher geraten erst ab Temuco loszufahren da das Land erst ab dort richtig schoen werden soll. Es macht uns neugierig weil wir doch schon hier so schoene Gegenden durchradelt haben.
Unsere Naechte verbrachten wir bisher immer kostenlos in unserem Zelt. Mal bei alten Ruinen, mal verbotenerweise auf einer Viehweide, oder am Bach hinter einer Baustelle.
Eigentlich alles sehr schoen nur manchmal etwas aufregend da nicht ganz legal.

Zu unseren Raedern:
- 2 Trek Mountainbikes, Modell: 3700
- extra von uns ausgestattet mit Gepaecktraeger (etwas lockere Schrauben) Vorderradschutzblech (Hinten hat es nicht mehr rangepasst. :-)) Je 2 Getraenkehaltern und Hoernern.
- Felix Rad hatte gleich nach einem Tag einen Achter, einen lockeren Gepaecktraeger und eine mangelhafte Gangschaltung, was aber alles noch in Santiago repariert werden konnte.
Jetzt sind wir ganz zufrieden aber es ist trotzdem sehr abenteuerlich und nicht so entspannt wie es mit Raedern aus Deutschland haette sein koennen.
- Den ersten Platten haben wir auch schon geflickt.

Wir freuen uns ueber eure Eintraege. Falls ihr irgendwelche Fragen zu Land und Leuten habt, einfach stellen. Mit weiteren Bildern klappt es erstmal leider noch nicht - doofes Internetcafé.

Wir gruessen Euch, auf bald in Temuco...


15.10.07, Santiago de Chile


Ohne irgendwelche Streiks erreichten wir am Abend des 09.10.07 Frankfurt, wo wir zum Abschluss ein typisch deutsches Essen aßen, lecker Döner, und die Nacht bei Georgina, einer Freundin von Marie, verbrachten.

Beim Check-In bei American Airlines wurden wir überraschenderweise gefragt, ob wir beabsichtigten Bomben mit an Bord zu nehmen bzw. Dinge zum Bau einer Bombe dabei hätten und sogar unter Felix Haaren wurde eine Bombe vermutet. Man kann die Amis schon verstehen ... bei der Matte!

Geplättet von zwei 10 Stunden flügen und 7 Stunden Aufenthalt in Dallas Fort Worth erreichten wir um 8.00 am 11.10.07 Santiago.

Es ist ja bekannt, dass viele Deutsche nach Chile ausgewandert sind und dort leben, aber dass gleich unser erster Kontakt Karl Hassmann heißen würde, hätten wir nicht gedacht. Der gute, alte Mann half uns bei der Hostalsuche und lud uns zu seinem Anwesen in den Bergen ein, wofür wir am Ende unserer Reise hoffentlich noch Zeit finden.

Nachdem wir unser Zimmer im "Santiago Hostal" bezogen hatten, begann ein 3-tägiger Sightseeingmarathon, der nur von Nächten mit einer übergewichtigen, schnarchenden Tonne in unserem 8-Bett Zimmer unterbrochen wurde, wobei sogar die Ohropax Mühe hatten uns eine ruhige und stille Nacht zu ermöglichen.
Im Fotoalbum seht Ihr Bilder von unserem Ausflug zu einem Berg mitten in Santiago, von dem aus man die riesigen Ausmaße der Stadt erahnen kann. 1/3 der gesamten Bevölkerung lebt in Santiago.
Ein anderer, wunderschöner Ruhepunkt mitten im Gewühl der Stadt ist Santa Lucia, eine von einem Reichen Bürger gestiftete, verspielte, grüne Anlage. Dort waren wir mit Lisa, Felix Freundin, die uns auch beim Kauf der Fahrräder sehr mit ihren Spanischkenntnissen geholfen hat.
Nun besitzen wir 2 Trek Räder, die wir mit der gesamten Aussattung für ca. 800 Euro gekauft haben. Eigentlich hatten wir mit einem viel höheren Betrag gerechnet. Darum hatten wir auch keine Skrupel mit Lisa und ihrem Freund Essen zu gehen und weitere Unternehmungen zu machen, die etwas kostspieliger waren: Eine Ballettaufführung, ein Ausflug nach la Campana, einem Nationalpark wo wir mit Freunden von Lisa und Sebastian ganz viel Fleisch gegrillt haben.

Seit gestern können wir bei den Beiden übernachten, wo wir heute morgen mit vielen chilenischen Leckereien verköstigt wurden.

Gleich geht es in die Sonne, Spanisch lernen.

Morgen beginnt unsere eigentlich Reise, da dann erst (heute ist Feiertag) ein Fehler an der Gangschaltung von Felix Fahrrad behoben werden kann. Hoffentlich überstehen wir die Fahrt dann ohne weitere Probleme.
Wir fahren mit dem Bus bis nach Talca, von wo aus wir dann ans Meer fahren und dann weiter in Richtung Süden.

Wir halten Euch auf dem Laufenden...

Saludos


09.10.07, Jettenburg


Dank der möglichen unangekündigten Streiks der Deutschen Bahn beginnt unsere Reise schon heute, denn das Risiko morgen früh erst zu fahren und am Bahngleis stundenlang auf unseren Zug zu warten ist uns zu groß.

Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen und die Ausrüstung steht soweit.
Allein die Fahrräder müssen wir uns in Santiago de Chile noch kaufen.

Unser Flugplan:

10.10. 10.55Uhr Abflug in Frankfurt
14.30Uhr Ankunft in Dallas Fort Worth
21.10Uhr Abflug in Dallas Fort Worth

Wann wir in Chile ankommen ist mir noch nicht klar, mal schaun. Vermutlich in den frühen Morgenstunden am Donnerstag, den 11.10..

Dort werden wir uns dann auf die Suche nach den besten Fahrrädern begeben und dann im Optimalfall in Bild und Text von uns hören lassen.

Bis denn dann....